Briefmarkenverkäufer reisen für Raritäten oft
sehr weit
Eine der renommiertesten und althergebrachtesten Sammelleidenschaften, die sich bis heute
erhalten hat, ist das Sammeln von Briefmarken. Bereits seit dem 19. Jahrhundert, in dem die Briefmarken erfunden
wurden, taten sich auch erste Sammler hervor. Überflüssig zu sagen, dass seither eine ganze Unmenge an Briefmarken
veröffentlicht wurde. Insofern spezialisieren sich Sammler in aller Regel auf bestimmte thematische Gebiete. Dies
können gewisse Zeiträume oder aber auch gewisse Nationalitäten sein. Eine wirklich globale Briefmarkensammlung
würde wahrscheinlich auch den Rahmen des Machbaren sprengen. Zumindest wenn man auf Vollständigkeit aus
wäre.
Natürlich haben sich unter der Unmenge an seither veröffentlichten Briefmarken auch einige
Briefmarkenraritäten hervorgetan. Meist sind dies alte Klassiker, die auf Briefmarkenauktionen nur selten zu sehen
sind und dort Höchstpreise erzielen. Insofern sind es gerade diese Klassiker, die nicht selten Gegenstand von
Fälschungen sind, lässt sich doch ein enormer Gewinn mit ihnen erziehen. Es müssen also schon Briefmarkenverkäufer
(stamp dealers) von tadellosem Ruf sein, die solche Raritäten feil bieten. Ansonsten ist Obacht
angesagt.
Allen Sammlern und Händlern, die regelmäßig Briefmarken ankaufen und Briefmarken verkaufen,
ist sicherlich schon mal die eine oder andere prominente Fälschung unter die Hände gekommen. Insbesondere folgende
prominente Vorbilder, für die mitunter wirklich enorme Preise gezahlt werden, sind schon des Öfteren gefälscht
worden. Eine sagenumwobene Briefmarke ist beispielsweise die "Blaue Mauritius". Zwar ist sie weder die seltenste
noch die teuerste Briefmarke (sie existiert bekanntermaßen noch 17 mal). Dennoch genießt sie unter Sammlern große
Wertschätzung. Die wertvollste deutsche Briefmarke ist der sogenannte "Baden Fehldruck". Diese alte, falsch
bedruckte neun Kreuzer Briefmarke ist noch dreimal erfasst. Man vermutete aber, dass sie noch öfter existiert (da
alle drei bekannten Stücke jeweils aus anderen Poststellen stammen). Das letzte Mal wurde eine solche Briefmarke
noch zu D-Mark Zeiten gehandelt. Damals ging sie für sage und schreibe 2,3 Millionen D-Mark über den Tisch! Für
einen höheren Preis wurde noch nie eine deutsche Briefmarke gehandelt. Ebenfalls sehr beliebt ist der sogenannte
Schwarze Einser aus Bayern, eine der ältesten deutschen Briefmarken überhaupt.
|